"Da passt einfach mehr rein"

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Der Transport-Logistik-Manager Mario Fuchs über Gigaliner
Sie wären die wahren Giganten der Landstraße, die über 25 Meter langen "Gigaliner": extra Lange LKW, in denen über 50 Prozent mehr Güter transportiert werden können als in herkömmlichen Lastwagen. Doch momentan sind sie nur im Versuchsbetrieb auf ausgwählten Strassen unterwegs. Während die Transportbranche die Langlastwagen gerne in ihren Fuhrparks haben würde, sind sie bei Umweltschützern und Strassenbauern umstritten. Für Mario Fuchs, Transport-Logistik-Manager der Reichhart-Logistik-Gruppe in Gilching, ist aber klar: "Wir würden uns Gigaliner anschaffen."
Herr Fuchs, wie groß ist der Fuhrpark ihres Unternehmens? Und wo sind diese LKW unterwegs?
Wir haben etwas 250 Lastwagen, die in Deutschland und ganz Europa für unsere Kunden fahren. Unsere Kunden stammen aus der Automobilbranche, sowie aus Industrie und Handel. Wir bieten komplette Logistiklösungen an.
Worin sehen Sie den Vorteil von Gigalinern?
Zunächst einmal: Nicht nur das Speditionsgewerbe sieht Vorteile in den Gigalinern, sondern auch unsere Kunden. Klar ist, dass man mit einem Gigaliner mehr Güter pro Tour transportieren kann las mit einem herkömmlichen Sattelzug, und zwar bis zu über 50 Prozent. Während ein Sattelzug 16,5 Meter lang ist und über eine Ladefläche von 13,6 Metern verfügt, misst ein Gigaliner 25,25 Meter und bietet Laderaum vom zirka 21 Metern. Da passt einfach mehr rein. Desweiteren ergeben sich noch mehrere positive Effekte: Wir sparen immer teurer werdenden Treibstoff, die Branche spricht von bis zu 30 Prozent, der CO2-Ausstoß verringert sich deutlich, es gibt weniger LKW-Verkehr auf den Straßen, da weniger Fahrten notwendig sind, und für uns als Logistikunternehmen hieße es, mit geringeren Anschaffungskosten im Fuhrpark kalkulieren zu können.
Aber die bis zu 60 Tonnen schweren Gigaliner machen doch die Straßen kaputt, sagen deren Gegner.
Über Deutschlands Straßen rollen jede Nacht schon unzählig viele Schwertransporte, mehr als man glaubt. Wir selbst selbst organisieren für Windenergieparks Großprojekte, bei denen weit über 150 Tonnen über Europas Straßen befördert werden. Die Gigaliner sind nicht mal halb so schwer und die aktuelle Technik hat hier große Fortschritte gemacht, da das Gesamtgewicht auf mehrere Achsen verteilt werden kann.
Gibt es Gigaliner schon zu kaufen?
Ja. Aber wir haben uns noch keinen angeschafft, denn die Schwierigkeit liegt momentan noch darin, dass man damit nicht überall fahren darf. Nehmen wir als aktuelles Beispiel das Bundesland Hessen, dass in dieser Woche einen Rückzieher vom Feldversuch gemacht hat. Hessen ist für den Güterverkehr ein sogenanntes Drehkreuz, durch den Austieg sind viele Hauptrouten für den Gigaliner nicht mehr interessant. Aktuell beteiligen sich nur noch Bayern, Hamburg, Sachsen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen am Feldversuch.
Haben Sie oder Kollegen selbst schon mal am Steuer eines Gigaliners gesessen?
Nein, bisher noch nicht. Sobald aber Klarheit über die endgültigen Einsatzgebiete herrscht, werden wir mit den ersten Tests beginnen?
Süddeutsche Zeitung 3./4. September 2011
Gilching, den 27.07.2011






